Vers 6 · Der Schluss
Eine Lieferung, die täglich kommt, und ein Haus, das bleibt
Der letzte Vers wechselt die Zeitform: Er blickt nach vorn, über eine ganze Lebenslänge — und benennt zwei Dinge, die dem Gehenden folgen und eines, in dem er ankommt.
Psalm 23, Vers 6 · Schlachter 2000 Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.
Regelmäßige Versorgung, feste Adresse
Was verspricht dieser Vers? Regelmäßige Versorgung und eine feste Adresse. Henry vergleicht
das tägliche Eintreffen der Barmherzigkeit mit etwas, wonach Israel seinen Morgen richten
konnte: wie das Manna, das den Israeliten täglich gegeben wurde
— und er liest die
Schlusszeile als lebenslange Bindung: Wir müssen in seinem Hause wohnen als Knechte, die
sich das Ohr am Türpfosten durchbohren ließen, um ihm für immer zu dienen
. Güte, die
täglich eintrifft, und ein Haus, zu dem man sich mit Absicht verpflichtet.
An anderer Stelle fasst Henry die Zuverlässigkeit in ein einziges Bild: Die Barmherzigkeit
kommt so pünktlich, wie der Tag anbricht
. Das ist die stillste Pointe des Psalms — nicht
ein großes Ereignis, sondern eine Zustellung, mit der man rechnen kann wie mit dem Morgen.
Und danach? Henrys Schlusszug
Was soll man tun, nachdem man Psalm 23 gelesen hat? Henrys eigener Schlusszug besteht darin,
den Psalm auf den Leser zurückzuwenden. Er stellt die beiden Richtungen nebeneinander: Wenn
Gottes Güte zu uns wie das Morgenlicht ist, das immer heller wird bis zum vollen Tag
, dann
sollte das, was wir zurückgeben, nicht schon am Vormittag verblassen. Jahrhundertelang wurde der
Psalm als reiner Trost gelesen. Henry las ihn als Trost, der eine Antwort erwartet — deshalb
endet er bei der Pflicht und nicht beim Gefühl.
Damit ist die Vers-für-Vers-Lektüre vollständig. Wer von vorn beginnen will, findet auf der Titelseite den ganzen Psalm; wer weiterlesen will, findet in dieser Ausgabe auch Psalm 91 im Überblick.